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Nicole Ziegler

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Entstehen von AD(H)S erst im Erwachsenenalter?



Thread Startermusicalista



PostRank 1



Mitglied seit 31.08.2011
Beiträge: 1

Verfasst am 31.08.2011, 22:20:20 Uhr


Hallo Leute!

Ich bin 28 Jahre alt und beschäftige mich seit einiger Zeit intensiv mit AD(H)S, unter anderem, weil Kollegen von mir (nicht bösartig) darüber scherzen, dass ich doch AD(H)S hätte weil ich immer so impulsiv, hibbelig, sprunghaft etc. bin.

Je mehr ich lese und erfahre, desto mehr tendiere ich dazu, wirklich zu glauben, dass ich AD(H)S habe.

Nun hab ich auch gehört/gelesen, dass man dieses Phänomen meistens sein ganzes Leben lang hat.

Ich gehörte als Kind allerdings absolut nicht zu den Kindern, die man heutzutage gern als \"AD(H)S-Kind \"abstempelt\" bzw. zeigte, soweit ich mich erinnern kann, viele Symptome nicht (oder nicht in der Ausprägung). Zumindest nach außen hin scheine ich kein "AD(H)S-Kind" gewesen zu sein.

Langer Rede kurzer Sinn: Kann AD(H)S auch erst im Erwachsenenalter auftreten, ohne dass man es als Kind hatte, oder gibt es das nur \"lebenslänglich\"??

Danke für Antworten

Musicalista
registrierter User

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1. Antwort auf: Entstehen von AD(H)S erst im Erwachsenenalter?



josie



PostRank 1



Mitglied seit 30.08.2011
Beiträge: 1

Verfasst am 01.09.2011, 12:03:13 Uhr


Hallo musicalista,

ich habe bislang noch keine Beiträge verfasst, lese aber schon länger mit.

AD(H)S tritt im Kindesalter auf, \"verwächst\" sich häufig und bleibt bei etlichen Betroffenen ein Leben lang Thema.
Aber jeder Betroffene nimmt es anders war.
So können günstige Lebensumstände dazu führen, dass mancher gar nicht merkt, dass er \"ES\" auch hat und führt sogar ein zufriedenes oder gar glückliches Leben.
Andere Bedingungen können Auffälligkeiten zutage fördern oder verstärken.
Ich bin 35 J. und bin erst vor ca. 5 Jahren durch Probleme mit unserer Tochter darauf gestoßen,
dass auch ich ADS haben könnte(schon immer) - mitlerweile bin ich davon überzeugt.

Letzte Sicherheit bringt am Ende nur ein Test. Dafür muss man aber auf Spezialisten treffen, sonst läuft man Gefahr, andere Störungen angehangen zu bekommen oder gar als Simulant abgestempelt zu werden. Noch immer hält sich das Gerücht einer \"Modeerkrankung\" sehr hartnäckig, auch in Medizienerkreisen. Ich habe da so meine Erfahrungen.

Wenn das \"H\"(Hyperaktivität) fehlt oder nicht sonderlich ausgeprägt ist, ist man für die Umwelt meist nicht auffällig oder gar störend. Als Kind war ich bei Erziehern, Lehrern,Nachbarn usw sehr gern gesehen und habe mich auch sehr gern mit Erwachsenen umgeben und unterhalten - lieber als mit anderen Kindern. Da gab es keine Klagen.

Trotzdem muss ich rückblickend sagen, ich wollte schon als KiGa-Kind so sein wie die anderen und habe wohl schon immer einen Unterschied erahnt.
Ich habe meine Zeit verträumt, viele Dinge vergessen, litt unter starken Gefühlsschwankungen, kam mit meinem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn nicht zurecht, ... .
So könnte ich jetzt Zeile für Zeile füllen.

Nach außen habe ich schon immer ein ganz normales Leben geführt: guter Realschulabschluss, guter Berufsabschluss, zufriedener Arbeitgeber, Heirat, 2 Kinder, zusammen mit Ehemann Firma aufgebaut, Haus mitgebaut - was will man mehr?

Aber ganz für mich führe ich seit einer Ewigkeit einen Kampf gegen meine Unzulänglichkeiten.
Seit ich den Grund kenne, versuche ich aus \"gegen mich\" ein \"für mich\" zu machen.
Jeder noch so kleine Erfolg ist aber hart erkämpft und Niederlagen bleiben nicht aus.
Leider bin ich bisher noch auf keinen Spezielisten in unserm weiteren Umfeld gestoßen.
Die nächste mir bekannte Adresse ist ca. 100 km entfernt.

Versuche in dich zu gehen, um herauszufinden,ob du dich beeinträchtig fühlst(beruflich und/oder privat).
Wenn du keinerlei Leidensdruck verspürst, kannst du doch so weiter machen wie bisher.
Dann gibt es, wie ich meine, keinen Grund der Sache nachzugehen. Das wünsche ich dir.

Gruß josie
registrierter User

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